Hannes Waldschütz

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Ziviler Ungehorsam: Reparieren

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ziviler Ungehorsam Reparieren

2012-14
Performance/Installation
Werkzeug, Auftragsbuch, Zeit

„Ziviler Ungehorsam: Reparieren” ist eine Serie partizipatorischer Performances, die sich mit einer Handlung beschäftigt, die in unserem westeuropäischen Alltag immer weniger sinnvoll erscheint: der Reparatur.
Bügeleisen, Toaster, Telefon – einmal defekt sind sie Gegenstände, deren professionelle Reparatur sich aus ökonomischer Hinsicht meist nicht lohnt und eine Entsorgung alternativlos macht. Ein Handlungsmuster, das weniger Nebeneffekt, als vielmehr konstituierendes Element moderner Konsumgesellschaften ist. Die zeitlich begrenzte Lebensdauer ihrer Wirtschaftsgüter ist die Grundlage für ein System konstanten Wachstums, das einen stetigen Konsum lebensnotwendig braucht. KFZ Abwrackprämien sind hier nur ein sehr prominentes Beispiel.
In den Projektraum „Ziviler Ungehorsam: Reparieren“ ist jede/r eingeladen, kaputte Dinge zu bringen, um gemeinsam mit Hannes Waldschütz diese zu reparieren. Dabei spielt es weder eine Rolle, um was für ein Gegenstand es sich handelt, noch welche Art Reparatur notwendig ist.
Allein der Versuch, sich diesen „Failed Objects“ zu widmen bietet einen Ausgangspunkt für Gedanken und Fragen nach den Zusammenhängen unter den meist blickdichten Oberflächen – ein durchaus subversiver Moment. So können sich die Besucher gemeinsam mit dem Künstler in einer Form zivilen Ungehorsams üben, die darauf zielt, sich nicht automatisiert dem Prinzip geplanter Obsoleszenz hinzugeben, sondern ein Stück Selbstbestimmtheit gegenüber den Dingen zurückzuerlangen.
Diese Sitzungen finden ohne finanziellen Ausgleich statt, die behandelten Gegenstände werden durch ein Auftragsbuch und eine Fotografie dokumentiert.

Im Rahmen eines Stipendiums des Edith-Russ-Haus für Medienkunst wurde dieses Projekt in einem Ladengeschäft in der Oldenburger Innnenstadt vom 23.1. bis zum 21.02.14 Installiert. Während dieser Zeit wurden beinahe 100 Reparaturen durchgeführt und dokumentiert.